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    Der Anlass 2018

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    Am Freitag 7. September hat der Anlass 2018 erfolgreich stattgefunden: Sechs spannende Referate, viele neue und einige altbekannte Gedanken, Anregungen für den Alltag und besonders für die Zusammenarbeit, angeregte Gespräche beim Apéro und ein wunderbarer Rahmen für das Ganze im Zentrum Paul Klee. Der Anlass wurde per Video dokumentiert: Es gibt ein Kurzvideo mit Statements von Teilnehmenden und für Mitglieder die Videos der Referate zu finden wie auch die pdf's der Präsentationen.

    Zum Thema...

    Vier Augen sehen mehr als zwei und das Ganze ist mehr als die Summe seiner Einzelteile – das vermuten und erforschen  wir  seit Aristoteles und damit schon  300 Jahre vor Christus. Die Zusammenarbeit von Menschen war jedoch auch schon 3000 vorher von Bedeutung – es brauchte viele Menschen und Ideen um das Wunder der Pyramiden von Gizeh zu bauen. Als Berufsverband sind wir kantonal und national über unsere Professionsgrenzen hinaus vernetzt und arbeiten in vielen Settings mit  anderen Berufen zusammen. So stellt physioswiss zurzeit mit Pia Fankhauser die Präsidentin des  Vereins «Plattform Interprofessionalität».
     
    Auch im Berufsalltag begegnet uns die Zusammenarbeit ständig auf den vielfältigsten Ebenen. Als Physiotherapeutin eines Nationalkaders gehört die Zusammenarbeit mit den Athleten wie  die Abstimmung mit dem Trainerstaff dazu. Othmar Buholzer, Leiter der Nationaltrainerausbildung  bei Swiss Olympic hat seinem Referat lebendig und anschaulich davon erzählt.
    Auf Ebene des Körpers funktioniert gar nichts ohne Zusammenarbeit. Wir könnten weder atmen, noch denken noch irgendwelche Bewegungen koordinieren oder automatisieren, wenn unsere Zellen nicht permanent miteinander kommunizieren und sich abstimmen würden. Faszien sind dabei  das aktuell faszinierendste Thema. Mit der Anatomieforschung in vivo eröffnen sich neue Welten, wie der Körper mit diesem Gewebe funktioniert. Andreas Klingebiel, Physiotherapeut und Rolfer, zeigte uns spannende Neuigkeiten und fantastsiche Videobilder. Organisationen funktionieren in Prozessen und Zusammenarbeit ist ein entscheidender Baustein. Die Definition von Rollen, Aufgaben und Kompetenzen ist das eine, ganz wesentlich aber, so betonte Mariann Spycher, ist der Faktor Mensch. Denn es sind lettlioch die einzelnen Menschen, die gemeinsam als Team arbeiten sollen um Herausforderungen zu meistern und Ziele zu erreichen.
     
    Das waren drei der sechs Impulse, welche am Freitag 7. September 2018 im Zentrum Paul Klee präsentiert wurden. In einer Art Mini Kongress mit zwei Bläcken mit je drei Referaten und dazu genügend Zeit um in lockerer Atmosphäre direkt mit den Referenten zu diskutieren. Dazu stand ein leckeres Apéro bereit und natürlich war dies auch die Gelegenheit, sich untereinander auszutauschen.
    Nach den Anlässen freut uns immer am meisten, welche Begegnungen durch diese Treffen möglich wurden. Da wird Vernetzung gelebt, Empfehlungen werden ausgetauscht, Fragen geklärt oder auch mal über die guten alten Zeiten philosophiert. Dies alles in schönem Ambiente, mit interessanten Themen und feinem Essen – was will man  mehr?
    Wir danken allen die dabei waren und freuen uns schon auf weitere Anlässe.
     
    Dina Buchs, Präsidentin physiobern
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    Mariann Spycher, Bern, Beraterin und Moderatorin

    Betriebswirtschafterin HF, Nachdiplomlehrgänge in Weiterbildungs- und HR-Management sowie Organisationsberatung. Seit 1996 selbständige Beraterin und Moderatorin im deutschsprachigen Raum.

    Führen – Verändern - Entwickeln

    Ich bin überzeugt, dass Vorgesetzte zusammen mit ihren Teams einen Rahmen schaffen können, in dem sich Menschen und Organisationen entwickeln. In jeder Branche und jeder Organisationsform. Veränderung und Entwicklung in Organisationen braucht Zeit, Raum und eine klare Ausrichtung. Sie gelingt, wenn sie von oben initiiert und gesteuert, von unten mitgetragen und gestaltet wird. Und wenn sie der Strategie und den Zielen der Organisation entspricht.

    In unseren Projekten geht es darum, mit Führungskräften und Mitarbeitenden unterschiedlicher Berufsgruppen anstehende Entwicklungsschritte konkret und gemeinsam anzugehen. Beispiele sind, Leitbildsätze mit Leben zu füllen, die Zusammenarbeit im Team zu gestalten oder Prozesse neu zu denken.

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    Othmar Buholzer, Sempach, Trainer und Ausbildner

    Othmar Buholzer hat als Primarlehrer und Turn- und Sportlehrer angefangen. Nebenher betreute er jahrelang verschiedene Mannschaften im Handball und bildete sich auf verschiedenen Gebieten weiter. So wurde er freier Dozent an der ETH für Sport- und Bewegungswissenschaften, übernahm Mandate im Bereich der Trainerausbildung und gründete eine eigene Firma für Training. Coaching, Betreuung und Teambildung.

    «Am schlimmsten sind Orte, an denen sich Sportler für die REHA versammeln. Alle sind gleich, im Kopf kaputt», sagte Iouri Podladtchikov. Liest man diese Aussage, so sagt sie sehr viel über die Situation und die Beziehung von Athleten zu ihrer Verletzung. Es braucht einen Perspektivenwechsel, die Rückkehr in den Sport ist nicht eine Frage der Zeit, sondern eine Frage der nachhaltigen Gesundung. Um diese Nachhaltigkeit zu garantieren braucht es ein Team. Die Rehabilitation ist als Teamarbeit zu gestalten mit den entsprechenden Aufgaben und Kompetenzen der einzelnen Rollen. Der Arzt ist Zubringer, Vertrauensperson, gleichzeitig Kontroller und Entscheidungsträger. Der Physio ist Therapeut für den Körper und den Geist. Die Zusammenarbeit von Arzt, Physio und Trainer ist eng, kommunikativ und kompetitiv. Im Verlaufe der Heilung verringert sich der Einfluss des Arztes zugunsten des Physiotherapeuten, dann zugunsten des Trainers. Doch für alle gilt: Der Athlet, die Athletin steht als Mensch im Zentrum. Jeder Mensch ist anderes, jeder Körper heilt anderes. Folglich müssen wir alle die Typologie des jeweiligen Menschen kennen.“

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    Andreas Klingebiel, Bern, Physiotherapeut und Rolfer

    Nach Abschluss meiner Physiotherapie-Ausbildung 1992, setzte ich mich während der ersten 10 Jahre als Therapeut intensiv mit manueller Therapie und Sportphysiotherapie auseinander.Um die Jahrtausendwende lernte ich die Bedeutung der Faszien durch Rolfing® - Strukturelle Integration an meinem eigenen Körper kennen. Äusserst fasziniert von dieser Körperstruktur und wie damit gearbeitet wird, wollte ich mehr darüber erfahren. Ich besuchte Myofascial Release Kurse und absolvierte die Ausbildung zum Certified Advanced Rolfer. Heute bin ich therapeutisch tätig in meiner Praxis und unterrichte Myofascial Release Kurse, u.a. am Weiterbildungszentrum physiobern.

    Faszien sind das alles verbindende und wahrscheinlich anpassungsfähigste Gewebe, zu welchem es noch viel zu erforschen gibt. Es bedarf eines interdisziplinären und interprofessionellen Zusammenwirkens, um der Komplexität der Faszien gerecht zu werden.

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    Esther Haller, Zürich, Ernährungsberaterin

    Esther Haller schloss 2010 ihr Bachelorstudium in Ernährung und Diätetik an der Berner Fachhochschule für Gesundheit ab. Seit dem absolvierten Studium ist sie als Ernährungstherapeutin/-beraterin in der klinischen Ernährung tätig. Im Praxisalltag betreut sie hauptsächlich Patientinnen und Patienten mit Krebserkrankungen oder Wundheilungsstörungen/Verbrennungen. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit dem gesamten Behandlungsteam ist dabei unabdingbar, denn verschiedenen fachlichen Beiträge aller Disziplinen tragen zur bestmöglichen Behandlung des Patienten bei. Zusätzlich begleitet und unterstützt sie Sportlerinnen und Sportler im Thema Ernährung. Zurzeit bildet sie sich in Sporternährung weiter und absolviert das «IOC Diploma in Sports Nutrition», welches sie Ende 2018 abschliessen wird. Als Vorstandsmitglied bei der SSNS (Swiss Sports Nutrition Society) ist sie seit Frühling 2018 tätig.

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    Kaspar Schmocker, SensoPro, Unihockeyspieler und Sportwissenschafter  

    • Sportstudium an der Universität Bern, Abschluss mit Master of Sport Science
    • Leistungssport im Unihockey, aktuell Schweizermeister mit Floorball Köniz und jahrelang Spieler in der Schweizer Nationalmannschaft
    • Miterfinder und Entwickler des Koordinationskonzepts von SensoPro für das gezielte und vielfältige sensomotorische Training

    Neva Rütsche, SensoPro, Physiotherapeutin

    • Ausbildung in Sportwissenschaft (BSc Sports Science, Basel) und Sportphysiotherapie (MSc Sportphysiotherapie, Köln)
    • Entwicklung, Forschung und Kursleiterin bei SensoPro
    • Physiotherapeutin im Medical Health Center Bad Ragaz
       
      Kaspar und Neva werden das Konzept des sensomotorischen Trainings mit dem SensoPro vorstellen und dabei auch die Zusammenarbeit von Trainer, Physio und Sportler genauer unter die Lupe nehmen.
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    Martin Ruppen, Physiotherapeut

    Martin Ruppen, dipl. Physiotherapeut FH, hat seinen BSc Physiotherapie 2010 an der Berner Fachhochschule abgeschlossen. Seither arbeitet er im Inselspital Bern im Team „Respiratory“ und ist Fachexperte auf der palliativen Akutstation im SWAN-Haus und auf der Onkologie. Im stationären Setting ist die interprofessionelle Zusammenarbeit mit den anderen Disziplinen ein wichtiger Pfeiler seiner Tätigkeit am Patienten. Er hat diverse Weiterbildungen in den Bereichen Onkologie (Rehastudy) und Palliative Care (ZHAW) abgeschlossen.

    Daneben hat er das Vergnügen, an verschiedenen Institutionen als Gastdozent aufzutreten: Er unterrichtet seit 2014 an der HES-SO in Leukerbad und seit 2015 an der BFH in Bern im Studiengang Physiotherapie im Bereich der Palliative Care. Seit 2016 doziert er auch an der ZHAW «Physiotherapie und Palliative Care», welcher ein Teil des CAS «Chronic/ Palliative Care - Fokus Therapie» ist. Seit 2017 hält er jeweils einen Vortrag an der Uni Bern im Rahmen des CAS zum Thema «interprofessionelle spezialisierte Palliative Care».

    Bezüglich der Interprofessionalität spielt die Physiotherapie in einem palliativen Setting eine wesentliche Rolle. Viele relevante Themen (Hilfsmittel, Transfertechniken,…) betreffen unser Berufsfeld. Gerade darum ist ein guter Austausch mit den anderen Betreuungspersonen wichtig.

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